Der im Dahlwitzer Ortsteil gelegene Friedhof widerspiegelt in starkem Maße die besondere Entwicklung einer Gemeinde Brandenburgs im 19./20. Jahrhundert.
1850 erwarb Heinrich von Treskow das Gut Dahlwitz. Der begeisterte Reiter und Pferdezüchter, Mitbegründer des heute noch existierenden Union-Klubs, begann im Verein mit anderen Pferdefreunden mit dem Bau einer Rennbahn auf dem Gelände seines Gutes. Diese Rennbahn in der Nähe Berlins erfreute sich bald großer Beliebtheit. Mit wachsendem Interesse und Zustrom von Besuchern zu den Rennen (von Wilhelm I., Bismarck, reichem Bürgertum bis zu "kleinen Leuten"; sogar ein Haltepunkt Hoppegarten der Ostbahn wurde nötig) gab es eine rasche Entwicklung des Rennsports. Aus dem Ausland wurden Jockeys und Trainer sowie gute Pferde nach Hoppegarten, dem damaligen Vorwerk von Dahlwitz, geholt. Die Zahl der Einwohner der Gemeinde wuchs sprunghaft, ihre soziale Zusammensetzung veränderte sich stark.
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In den 80er Jahren des 19. Jahrhunderts reichte der bisherige Kirchhof nicht mehr aus. 1892 wurde der heutige, am Rande des damaligen Dorfes Dahlwitz gelegene kirchliche Friedhof (5.406m²) geschaffen; Gelände sowie die Friedhofskapelle waren ein Geschenk der Familie von Treskow. Entlang der Mauern des Friedhofs enstanden große Familiengrabstätten von Vertretern des Rennsports, aber auch von Handwerkern und Bauern des Dorfes Dahlwitz. Mehr als 30 Grabstätten sind z.T. kunstvoll gestaltet mit großen Marmor- und Granittafeln, Säulen, Vasen, Reliefs, zumeist umgeben von aufwändig gearbeiteten Ziergittern. Auf einer Reihe dieser Grabsteine findet man Aufschriften in Englisch. Sie sind Zeugnis der hier ruhenden englischen und schottischen Trainer und Jockeys, die in der Gemeinde dauerhaft ansässig geworden waren, z.B. von dem im französischen Rennsportzentrum Chantilly geborenen Trainer Charles Planner, dessen Familie aus Newmarket, der Hochburg des englischen Pferdesports stammte. Deutsche hier ruhende bekannte Rennsportler waren u.a. die Jockeys W. Plüschke, F. Fösten, J. Rastenberger. Der wohl 1922 (ein genaues Datum konnte noch nicht ermittelt werden) eingerichtete kommunale Friedhofsteil zeigt sich schlichter. Auch hier sind zahlreiche Vertreter des Rennsports beerdigt (H. Nash, H. v. Tepper-Laski, W. Frommann). |
Eine kleine Kriegsopfer-Gedenkstätte erinnert an z.T. unbekannte Opfer von Bombenangriffen auf Dahlwitz-Hoppegarten. Die Gräber der Familie v. Treskow, ursprünglich auf eigener Begräbnisstätte beigesetzt, befinden sich noch nicht auf dem Dahlwitzer Friedhof. Der Kulturverein "Grünes Tor Dahlwitz-Hoppegarten e.V.", der sich um die Pflege des Friedhofs kümmert, ist bemüht, einen angemessenen Platz, der den Einfluß der Fam. von Treskow auf die Entwicklung der Rennbahngemeinde deutlich macht, zu erreichen.